Der Morgen erwachte langsam.
Zwischen den hohen Fichten hing noch feiner Nebel. Auf den Zweigen glitzerten Regentropfen vom Gewitter der vergangenen Nacht. Der Waldboden duftete nach feuchter Erde, Harz und Moos.
Vor der Holzhütte knisterte das kleine Feuer, auf dem Max Wasser erhitzt hatte.
Lucas trat aus der Hütte. Die kühle Luft füllte seine Lungen.
„Der Wald riecht heute anders.“
Max hob den Blick.
„Nach Regen.“
Lucas nickte.
„Gestern Abend war alles voller Rauch.“
„Der Regen wäscht den Wald.“
Eine Weile standen beide schweigend da. Nur das gleichmäßige Rauschen der Fichten war zu hören.
Plötzlich schimpfte hoch oben ein Eichelhäher.
Lucas blickte automatisch in die Baumkronen.
Max lächelte kaum sichtbar.
„Unser Wächter ist schon wach.“
„Er schimpft jeden Morgen.“
„Nicht ohne Grund.“
Der Vogel flog laut rufend von einer Fichte zur nächsten.
„Wenn er anders ruft, lohnt es sich aufzupassen“, sagte Max. „Dann kommt vielleicht ein Fuchs, ein Reh oder ein Mensch.“
Lucas hörte dem Vogel nach. Nicht nur der Meiler sprach. Der ganze Wald tat es.
